Karpfenangeln im Herbst – die ultimative Anleitung zum Erfolg!

Karpfen aus einem Baggersee im Herbst

Ab etwa Mitte September werden die Tage wieder deutlich kürzer. Die Zeiten von T-Shirts und Shorts werden nur noch in der Mittagssonne zur Ausnahme und allmählich beginnen die Bäume von Grün in einen gelb-gold-roten Ton zu wechseln. Der Herbst ist da! Unter Karpfenanglern wird häufig auf diese Zeit als beste Zeit im Jahr verwiesen – und das nicht ganz zu Unrecht.

In dieser Anleitung erfährst du alles, um dein Karpfenangeln im Herbst möglichst erfolgreich zu gestalten! 

Wir gehen dabei grundlegend auf die wichtigsten Themen ein. Weiterhin verlinken wir an vielen Stellen auf weitere interessante Artikel zu den jeweiligen Teilgebieten. Sollte dich ein Thema also besonders beschäftigen oder interessieren, haben wir an vielen Stellen noch mehr „Futter“ für dich!  

Wann sprechen wir beim Karpfenangeln vom Herbst? 

Der kalendarische Herbst fängt am 22.09. bzw. 23.09. an und geht bis zum 22.12. eines jeden Jahres. Durch die zunehmende Erderwärmung kommt es – für uns Angler – aber immer mehr zu Verschiebungen. Wenn wir beim Angeln vom Herbst reden, sprechen wir von der Zeit, in der sich das Wasser wieder deutlich abkühlt, die Tage kürzer werden und es generell mehr Niederschlag gibt.

In den letzten Jahren konnte man während der Weihnachtsfeiertage bis etwa Mitte Januar in einigen Regionen Deutschlands noch von diesen Bedingungen sprechen. In dieser Zeit konnten wir teilweise noch mit einem Pullover vor die Haustür gehen, ohne dass einem direkt kalt wurde. 

Halte dich also generell nicht zu sehr an den Kalender, der Übergang in und aus dem Angelherbst erfolgt sehr schleichend. 

Das folgende Schaubild zeigt den Wassertemperatur-Zyklus eines flachen Sees:

Zunächst erkennst du den Herbst an der bräunlichen und beigen Färbung. Allerdings ist, wie eingangs beschrieben, häufig noch der Dezember ein Monat, in welchem du mit Herbsttaktiken erfolgreich am Wasser arbeiten kannst. Dies trifft vor allem an tieferen Gewässern und/oder milden Winterbeginnen zu!

Weiterhin erkennst du im Schaubild auf den zweiten Blick deutlich: Im Frühjahr macht an unserem Beispielgewässer die Temperatur im März und April deutliche Sprünge. Im Herbst hingegen, fällt die Kurve einfach konstant ab – bis in den tiefen Winter hinein. Es gibt nicht den einen Tag oder die eine Woche, wo sich für uns Angler schlagartig die Konditionen verändern. 

Schöner Herbstkarpfen aus einem tiefen Baggersee.
Schöner Herbstkarpfen aus einem tiefen Baggersee.

Solltest du mehr Informationen über den Jahresverlauf von Wassertemperaturen erfahren wollen, haben wir an dieser Stelle einen ausführlichen Artikel dazu verfasst!

Wenn du wissen möchtest, ob du mit diesem Ratgeber auf der richtigen Spur bist, messe einfach die Wassertemperatur deines Zielgewässers.

Welche Wassertemperatur beschreibt beim Karpfenangeln den Herbst?

Im Herbst sinkt die Wassertemperatur an Seen wieder unter die 20° Schwelle. Der Herbst beim Karpfenangeln zieht sich dabei bis zu einer Wassertemperatur von etwa 9°. Diese Werte unterscheiden sich von Gewässer zu Gewässer. 

Als Faustregel bist du auf der sicheren Seite, wenn dein Gewässer noch zweistellige Temperaturen aufweist!

Wir teilen den Herbst für das Karpfenangeln in zwei Temperaturphasen auf, welche kleinere Unterschiede aufweisen: Den Frühherbst und den Spätherbst

Der Frühherbst

Im Frühherbst (bräunlich in der Grafik) starten die Außen- und Wassertemperaturen wieder einen deutlichen Abwärtstrend. Tendenziell nimmt die Wassertemperatur an flachen Gewässern schneller wieder ab und hält an tieferen Gewässern länger an. Es verhält sich also genau umgekehrt zum Frühjahr! 

Karpfen aus einem Baggersee im Herbst
Herbst-Karpfen aus einem tiefen Baggersee.

Wir sprechen bei einer Wassertemperatur von etwa 18-14° vom Frühherbst. Beachte hierbei, dass die Gewässer sich unterschiedlich verhalten können, dies ist lediglich ein Beispiel. An flachen Seen ist diese Phase häufig im September und Oktober angesiedelt. An tieferen Gewässern kann sich diese Phase auch bis in den November erstrecken. 

Im Frühherbst hast du oftmals noch mit starkem Algenbewuchs aus dem Sommer zu kämpfen. Allerdings stehen die Fische bei weniger schönem Wetter auch viel tiefer in der Wassersäule. Hier gibt es oftmals weniger bis gar kein Kraut. In dieser Jahreszeit sind krautige Stellen nicht mehr ganz so interessant wie im Frühjahr und Sommer. Die Pflanzen beginnen langsam abzusterben und erzeugen nur noch wenig Sauerstoff. 

Solltest du an einem stark verkrauteten Gewässer angeln, haben wir an dieser Stelle einen separaten Artikel mit Tipps zum Karpfenangeln im Kraut verfasst!

Achte im Frühherbst darauf, an sehr tiefen Gewässern noch nicht „zu tief“ zu angeln. Sollte der See eine Sprungschicht gebildet haben, ist die Zone unterhalb der Sprungschicht definitiv eine tote Zone! Im frühen Sommer kannst du vereinzelt noch unterhalb der Sprungschicht mit Karpfenbissen rechnen, da noch ein Rest an Sauerstoff vorhanden ist. Im Herbst ist unterhalb der Sprungschicht alles tot! 

Du kannst dir das in etwa vorstellen, wie unter einer Decke zu atmen. Anfangs bekommst du noch sehr gut Luft, irgendwann ist der Sauerstoff aber aufgebraucht und du musst unter der Decke hervorkommen! Genauso verhält es sich mit dem Sauerstoffgehalt unterhalb der Sprungschicht!

Für eine detaillierte Erklärung der Sprungschicht und wie du diese ermitteln kannst, haben wir an dieser Stelle einen Artikel für dich geschrieben.

Der Spätherbst

Der Spätherbst bezeichnet für uns die zweite Hälfte des Herbstes. Er beginnt für uns ganz grob bei 13° Wassertemperatur. Diese anglerische Jahreszeit wird massiv unterschätzt. Es ist zu der Zeit oftmals sehr ungemütlich, nass und früh dunkel. Dadurch werden aber auch Allround-Angler und der Personenverkehr deutlich weniger. Durch die sinkenden Temperaturen und das immer wechselhaftere Wetter halten sich die Karpfen für einen Großteil der Zeit immer tiefer auf.  

Oftmals startet diese Phase Ende Oktober bzw. Anfang November und zieht sich bis (teilweise, je nach Region und Wetter) in den Dezember rein. 

Karpfenangeln im November

Das Karpfenangeln im November ist in den letzten Jahren zu einem sehr heißen Thema geworden. Oftmals lassen sich im November und im Frühjahr/Frühsommer-Monat Mai besonders kapitale Fische fangen. 

Die sozialen Medien quellen zu dieser Zeit regelrecht über von Fangfotos mit Ausnahmegewichten und heiß begehrten Zielfischen. 

Wirklich wissenschaftlich kann man dieses Phänomen nicht erklären – aber es ist definitiv etwas dran! Aus irgendeinem Grund sind in diesen Zeiten die großen Fische sehr aktiv. Eine Theorie hierzu ist, dass beide Monate temperaturtechnisch recht konstant sind. Im November gibt es oftmals über längere Phasen sehr stabile Temperaturverläufe. Große Karpfen mögen konstantes Wetter. Allerdings ist so eine Aussage bisher nicht nachgewiesen. 

Hier kann es sich auszahlen bereits im September oder Oktober anzufangen, an einer recht tiefen Stelle des Gewässers einen Langzeitfutterplatz aufzubauen! Wie du dabei vorgehst, erklären wir dir an dieser Stelle!

Achte dabei an Gewässern mit einer Sprungschicht darauf, nicht unterhalb dieser zu Angeln. Im Idealfall ist deine Futterstelle langsam abfallend. So kannst du im Laufe der Futterkampagne immer etwas tiefer füttern und angeln. Die Sprungschicht bewegt sich im Herbst in immer tiefere Bereiche, die für die Karpfen oft lange nicht zugänglich waren!

Im folgenden Abschnitt erläutern wir, worauf du bei der Gewässerwahl im Herbst achten solltest!

Die Gewässerwahl für das Karpfenangeln im Herbst

An dieser Stelle erklären wir, warum das Karpfenangeln im Herbst so beliebt ist: Die Gewässerwahl! Im Prinzip steigerst du im gesamten Jahresverlauf deine Erfolgschancen massiv, wenn du an den jeweilig vielversprechendsten Gewässern verbringst.

Im Herbst sind aber alle Gewässertypen interessant! Andersrum formuliert: Im Herbst kannst du beim Karpfenangeln im Punkto Gewässerwahl die wenigsten Fehler machen. 

Oft ist das Wasser noch deutlich wärmer als die Luft.

Du solltest diese Zeit nutzen, wenn du mal ein besonders schwieriges Gewässer beangeln möchtest. Du kannst viel mit Futter arbeiten und die Karpfen sind sehr aktiv.

Wir wollen zunächst auf zwei besondere Gewässertypen eingehen, bevor wir die Gewässerwahl für den Frühherbst und den Spätherbst näher erläutern:

Karpfenangeln im Herbst am Fluss

Flüsse sind (abgesehen von raren Hotspots) im Winter und im Frühjahr oftmals relativ schwer zu beangeln. Dies zieht sich in einigen großen Flüssen für das Karpfenangeln bis in den Spätsommer hin. Wenn du also an einem sehr großen Fluss angeln möchtest, ist der komplette Herbst die perfekte Zeit dazu! 

Karpfenangeln im Herbst an tiefen Baggerseen

Auch sehr tiefe und große Baggerseen sind erst ab dem Hochsommer richtig interessant. Durch das Ausbleiben von Badegästen und anderen Freizeitaktivitäten, wird dieser See-Typ im Herbst auch richtig angenehm zu beangeln!

Denke daran, dass tiefe Baggerseen im späten Winter bis zum Frühsommer oft nur sehr wenige erfolgsversprechende Stellen für dich als Karpfenangler aufweisen. Nutze also den Herbst, wenn du ein solches Gewässer im Auge hast!

Gewässerwahl im Frühherbst

Wie bereits beschrieben sind im Herbst alle Gewässertypen interessant. Im Frühherbst solltest du jedoch eventuell noch aus dem Sommer stark verkrautete Gewässer meiden. Dies beruht natürlich immer auf der Annahme, dass du eine Auswahl an Gewässern zur Verfügung hast! Natürlich kannst du auch in sehr krautigen Gewässern gut fangen, allerdings ist das nicht jedermanns Sache.

Karpfenangen im Herbst, dass Wasser ist noch warm, die Luft schon deutlich kälter.
Karpfenangeln im Herbst: Häufig erlebt man magische Momente.

Flachere Seen werden im Herbst (durch Wind und Regen) wieder mit frischem Sauerstoff versorgt und werden wieder aktiviert. Wenn die Karpfen im Sommer sehr lustlos erschienen und wenig gefressen haben, erwachen sie im Herbst meistens wieder richtig zum Leben! 

Gewässerwahl im Spätherbst

Im Spätherbst kühlen einige Gewässer sehr schnell ab. Du solltest nach Gewässern suchen, die recht konstant bleiben. Flache, kleine und windgepeitschte Seen sollten hier nicht mehr die erste Wahl sein. Die Karpfen gehen hier relativ schnell in die Winterlethargie über. 

Im Spätherbst eignen sich tiefe und große Gewässer ideal. Wenn du die Zeit und das Geld für einen Langzeitfutterplatz aufbringen kannst/willst, ist diese Strategie im Herbst ideal. Fange im besten Fall im Frühherbst mit dem Anfüttern an. Eine angenommene, gut gepflegte Futterstelle erhöht die Motivation ungemein. So schaffst du es auch bei richtig ekeligem Wetter vom Sofa! 

Nach der Gewässerwahl gehen wir nun auf die Hotspots im Herbst ein:

Karpfen Hotspots im Herbst

Du hast dich für ein Herbstgewässer entschieden und möchtest loslegen. Doch wo sollst du anfangen zu suchen? Die Location-Frage steht beim Karpfenangeln über allem. Hier erläutern wir dir, welche Hotspots es im Herbst geben kann. 

Regenfälle, Winde und Wetterumschwünge kommen jetzt häufiger vor, was vor allem die oberen/flacheren Wasserschichten sehr wechselhaft macht. Das mögen Karpfen in der Regel nicht so gerne, sie finden tendenziell im tieferen Wasser konstantere Bedingungen vor. 

Daher gibt es beim Karpfenangeln im Herbst eine wichtige Faustregel: Du solltest vermehrt tiefer angeln!

Lass dich aber nicht zu sehr davon beeinflussen. Über alle Jahreszeiten hinweg, kannst du im Herbst wohl am wenigsten Fehler bei der Stellenauswahl zum Angeln machen! 

Tiefe Stellen sind zwar sehr vielversprechend, aber die Karpfen lassen sich auch zu dieser Jahreszeit noch nahe des Ufers fangen. 

Damit startet unsere Liste der Hotspots für das Karpfenangeln im Herbst!

Die eigene Uferzone

Du musst nicht alle Ruten auf einer tiefen Stelle liegen haben, um erfolgreich zu sein. Häufig hilft eine „Falle“ am Randbereich dabei, einen Einzelgänger zu überlisten. Diese Einzelgänger sind nicht selten auch größere Exemplare! 

Im Herbst ist dies vor allem an sonnigen Tagen und an Bereichen vielversprechend, die viel Sonne abbekommen. Man unterschätzt häufig die wärmende Wirkung der Sonne im Frühjahr und im Herbst. Das Karpfenangeln am Ufer haben wir hier beschrieben.

Plateaus 

Plateaus sind für Karpfen immer interessant. Sie bilden natürliche „Barrieren“, welche die Karpfen entweder umschwimmen oder überqueren müssen. Futter und Montagen die hier platziert werden, finden sehr oft einen Abnehmer. 

Ein auslaufendes Plateau (von 5 Meter auf 9 Meter) ist ideal zum Karpfenangeln.
Ein auslaufendes Plateau (von 5 Meter auf 9 Meter) ist ideal zum Karpfenangeln. Im Herbst darf es auch etwas tiefer sein.

Achte allerdings vor allem bei längeren Futterkampagnen darauf, keine stark beangelten Plateaus dafür auszuwählen. Sehr viele Karpfenangler kennen diese Stellen oder suchen gezielt nach Ihnen. Plateaus sind also vor allem für Wochenend-Sessions oder kurze Nachtsessions eher interessant!

Monotone, langsam abfallende Bereiche

Diese Bereiche werden vor allem von Anfängern häufig gemieden. Unter vielen Karpfenanglern hat sich der Mythos etabliert, dass die nur Ruten „an ganz bestimmten Stellen“ fangen. Das ist Quatsch!

Karpfen sind konstant in Bewegung und suchen sehr regelmäßig nach Futter. Wenn du einen relativ monotonen und langsam abfallenden Bereich findest, der nicht sonderlich stark beangelt wird, ist dies ein erstes richtig gutes Indiz für einen Langzeitfutterplatz!

Fange beim Füttern etwas flacher (typischerweise näher am Ufer) an und arbeite dich bei Erfolg immer weiter in die tieferen Teile des Gewässers! Ein guter Tipp ist hier auch das Staffeln von Ruten. Es gibt oftmals Tiefen zu bestimmten Temperaturen, wo die Karpfen besonders häufig sind. Wenn du diese Tiefe ausmachen kannst, ist das die perfekte Stelle um zu starten!

Ab in den Schlamm!

Gucke nach steinharten Stellen sagen sie… Angele in der Nähe von Hindernissen und Kraut sagen sie… Vergiss diese Weisheiten im Herbst!

Wie bereits oben beschrieben, sterben die Krautfelder im Herbst langsam ab. Sie produzieren immer weniger Sauerstoff und das Leben schwindet rund um die Pflanzen. Damit schwindet auch ein großer Teil der natürlichen Nahrung der Karpfen! Doch was fressen die Karpfen dann? Kleine Lebewesen wir Egel, Würmer usw.! Und wo findet man die? Richtig. Im Schlamm! 

Großer Karpfen aus schlammigen See.
Großer Karpfen aus schlammigen See.

Im Herbst kannst du sehr gut in schlammigen Arealen angeln. Achte dabei darauf, dass der Schlamm nicht komplett faulig ist. Wie du das herausfindest und wie du beim Karpfenangeln im Schlamm richtig vorgehst, erfährst du an dieser Stelle.

Karpfenköder für den Herbst

Karpfenköder sind ein heiß diskutiertes Dauerthema. Vor allem im Herbst, wo man viel mit Futter arbeiten kann, gewinnt dieses Thema immens an Bedeutung. Doch welche Karpfenköder solltest du für den Herbst verwenden?

Im Herbst ist Futterzeit, oder?

Unter Karpfenanglern grassiert der Mythos, dass die Karpfen im Herbst besonders aktiv sind, weil sie sich Winterspeck anfressen müssen. Diese Aussage ist erstmal nicht falsch, allerdings fressen Karpfen im Prinzip einen sehr großen Teil des Jahres sehr viel. Alles startet mit den Laichvorbereitungen in denen die Karpfen richtig Masse zulegen.

Während des Laichgeschäfts stoppen sie für einen kurzen Zeitraum mit dem Fressen. Danach ist, bis das Wasser wieder stark abkühlt, in der Regel keine Fresspause mehr erkennbar. Lediglich in sehr flachen Gewässern kann ein sehr warmer/trockener Sommer zu einer Sauerstoffknappheit führen, wodurch die Karpfen inaktiver werden. 

Der große Erfolg des Futters im Herbst liegt viel mehr an dem langsam schwindenden natürlichen Futterangebot. Das üppige Angebot an den meisten natürlichen Nahrungsquellen wird stetig dünner, was unser eingebrachtes Futter immer attraktiver macht. Generell kannst du deshalb im Herbst ruhig etwas mehr Futter einbringen, sobald du Vertrauen in deine Spots und eine grobe Ahnung vom Fischbestand hast. Die Karpfen werden angenommene Futterplätze immer häufiger komplett leerräumen!

Die richtigen Köder für das Karpfenangeln im Herbst

Im Herbst bist du sehr frei mit der Auswahl deiner Köder für das Karpfenangeln. Alles funktioniert, alles hat seine Daseinsberechtigung. Die Köderwahl hängt immer auch von deinem jeweiligen Ziel ab. Angelst du spontan auf einzelne Bisse, können sich hochattraktives Futter und alle möglichen Lockstoffe (wie bspw. Liquids) lohnen. Auch der Einsatz von Pop-Ups ist hier eine gute Wahl. 

Tendenziell wird Gemüse (Mais, Kichererbsen, Tigernüsse, etc.) etwas weniger interessant. Sie funktionieren natürlich trotzdem. Vor allem Tigernüsse sind ein äußerst selektiver Köder, solltest du mit vielen Beifängen Probleme haben. 

Allerdings ist der Herbst in unseren Augen doch eher als Boiliezeit zu beschreiben. Man kann größere Mengen recht schnell anfüttern. Weiterhin kannst du Karpfen an „deine Boilies“ gewöhnen, sodass sie nach einigen Malen anfüttern, ein gewisses Vertrauen in das Futter aufbauen. 

Vertrauen fängt die großen Karpfen – dieser Leitsatz sollte dir stets im Hinterkopf schweben. 

Die richtige Auswahl der Boilies für den Herbst, haben wir dir einen separaten Artikel für dich zusammengefasst!

Wie du richtig die richtige Futterstrategie für dich ermittelst, erklären wir in dem nächsten Abschnitt!

Futterstrategien und Futtertaktiken für den Herbst

Die „richtige“ Futterstrategie zu für den Herbst zu finden, hängt maßgeblich von deinen Zielen/Intentionen ab. Wie bereits bei der Köderauswahl beschrieben, gibt es verschiedene Vorgehensweisen, um mit Futter zu arbeiten. 

In der folgenden Liste erläutern wir die unterschiedlichen Herangehensweisen ganz kurz und verweisen dabei auf detaillierte Erläuterungen, sollte eine dieser Strategien für dich zutreffen/interessant sein:

1. Der Langzeit-Futterplatz

Bei einem Langzeit-Futterplatz baust du langfristig das Vertrauen der Karpfen zu deiner Angelstelle und deinen Ködern auf. Ein Langzeit-Futterplatz zeichnet sich durch regelmäßiges Füttern und sehr taktisches beangeln aus. Wie du einen Langzeit-Futterplatz anlegst und was du dabei beachten musst, haben wir dir hier beschrieben!

2. Die kurze Nacht

Solltest du spontan für eine Nacht losziehen und an einer ungefütterten Stelle angeln, gelten andere Spielregeln. Du angelst dabei zunächst auf „einen Biss“ und tastest dich von der Ausgangsposition weiter an die Fische heran. Diese Taktik haben wir hier für dich beschrieben.

3. Die Wochenendsession

Die Wochenend-Session ist der Klassiker unter den Karpfenanglern. Du hast mehr als eine Nacht Zeit und baust dein Camp an einer vielversprechenden Stelle auf. Doch wie solltest du hier vorgehen? Die Antworten dazu findest du in diesem Artikel!

4. Das Nachfüttern

Dem Nachfüttern haben wir keinen separaten Artikel gewidmet. Es ist allerdings eine extrem effektive und massiv unterschätzte Taktik! Abgesehen vom Langzeit-Futterplatz sind die kurzen Nächte, sowie Wochenendsessions zunächst als „Einmal“-Ereignisse geplant. 

Solltest du Erfolg haben, planst du aber doch sicher zurück zu kommen oder?

Die Futterrakete ist zum Nachfüttern ideal.
Die Futterrakete ist zum Nachfüttern ideal.

Wenn du jetzt noch weißt, dass du es „demnächst“ wieder an die gleiche Stelle schaffst, solltest du unter gewissen Umständen beim Abbauen nochmal nachfüttern. 

Im Prinzip handelt es sich beim Nachfüttern um eine Art gemischte Strategie zwischen spontanem Angeln und einem Futterplatz. Ein kurzfristiger Futterplatz! Diese ergeben immer dann Sinn, wenn du abschätzen kannst, dass du zeitnah wiederkommst. 

Ein Beispiel:

Du hattest eine erfolgreiche Nacht an einem Gewässer. Deine Motivation ist sehr hoch und du planst wieder zu kommen. Du checkst deinen Kalender und siehst, dass du es in 5 Tagen wieder schaffen könntest. 

Jetzt kommt die Planung ins Spiel. Wenn du nachfütterst, sind 5 Tage vermutlich zu lang. Die Karpfen nehmen das Futter zwar mit hoher Wahrscheinlichkeit auf, allerdings verpufft der Effekt eines Futterplatzes mit ziemlicher Sicherheit. Doch eventuell schaffst du es ja, neben dem Nachfüttern direkt beim Abbauen, nochmals nach 2 oder 3 Tagen anzufüttern?

Ist dies der Fall, kann es sich definitiv auszahlen!

Du wirst schnell merken was für ein super Gefühl eine vorgefütterte und erfolgs-getestete Angelstelle mit sich bringt! Probiere es definitiv mal aus! Das gleiche gilt natürlich für ein erfolgreiches Wochenende.

Im nächsten Abschnitt gehen wir auf unsere gängigsten Montagen für das Karpfenangeln im Herbst ein.

Montagen für das Karpfenangeln im Herbst

Wie bereits erwähnt, kannst du im Herbst viel ausprobieren. Aktive Karpfen, recht trübes Wasser und das vermehrte Angeln in vergleichsweise tiefen Regionen, machen die Tarnung deiner Montage nicht mehr allzu wichtig.

Die Montagen für das Karpfenangeln im Herbst sind also sehr divers und du kannst im Prinzip frei wählen.

Hier erhälst du eine Übersicht unserer favorisierten Montagen für das Karpfenangeln im Herbst:

Wenn du gezielt mit großen Ködern angeln willst, eignen sich Blowback-Rigs besonders gut. Wie du ein Blowback-Rig bindest und einsetzt, haben wir dir hier beschrieben!

Das Blowback Rig.

Wenn du in besonders schlammigen Gewässerabschnitten angelst, kann ein D-Rig in Kombination mit einem Wafter sehr effektiv sein. Dieser sinkt langsam auf das weiche Sediment, wohingegen große Grundboilies oft einfach im Schlamm ‘verschwinden’.

Das Binden und der Einsatz des D-Rigs haben wir hier für dich zusammengefasst!


Es gibt auch Verfechter des Pop-up-Angelns, welche das ganze Jahr auf diese Hakenköder setzen. Dies ist bei bspw. schlammigem Grund auch extrem effektiv.

Als Pop-up-Montagen für den Herbst eignen sich bspw. Das Multi-Rig oder ein Spinner-Rig. Auch zu diesen Vorfächern findest du detaillierte Anleitungen bei uns!

Das Multi-Rig.
Das Multi-Rig.
Das Spinner-Rig.
Das Spinner-Rig.

Abschließend haben wir nochmal die wichtigsten Tipps für das Karpfenangeln im Herbst für dich zusammengestellt!

Tipps zum Karpfenangeln im Herbst

In diesem Abschnitt führen wir Tipps für das Karpfenangeln im Herbst auf, welche dir helfen, deinen Angelherbst effektiver zu gestalten.

Hier spielen Vorbereitung und Planung eine sehr wichtige Rolle. 

1. Die richtige Vorbereitung

Im Herbst sind die Tage bereits sehr kurz und die Nächte werden immer länger. Hier ist es entscheidend, gut vorbereitet zu sein. Erkunde deine Angelstellen im Vorhinein und bereite alles so gut vor wie es geht. Du solltest zum Aufbau alles griffbereit haben, wenn du bspw. erst am frühen Abend ankommst.

m besten Fall weißt du bereits, wo du angeln möchtest und hast nach deiner letzten Session (oder als Vorbereitung im eigenen Garten) bereits die Ruten mit Distance Sticks abgelängt. Du solltest nur noch die Montagen beködern müssen, um die Ruten ins Rennen zu schicken.

Danny Fairbrass arbeitet in jeder Session mit Distance Sticks
Danny Fairbrass arbeitet in jeder Session mit Distance Sticks.

Auch nach einem Fang, solltest du (in der Dunkelheit) immer ein Ersatz-Rig parat liegen haben, um es im Bedarfsfall schnell austauschen zu können.
Im Herbst wirst du viele regnerische Sessions erleben. Um nicht nach jedem Fisch klatschnass (oder total ausgekühlt) wieder ins Bivvy zu kriechen, sollte alles gut geplant sein!

Du wirst schnell merken, wie sehr sich eine gute Vorbereitung auszahlt.

2. Konzentriere dich auf ein Gewässer

Im Herbst ist die beste Zeit um so richtig mit Futter zu arbeiten. Es kann sehr sinnvoll sein, dass du dich auf ein einziges Gewässer konzentrierst. Durch stetiges Anfüttern gewöhnen sich die Karpfen an dein Futter und suchen es nach einer Zeit regelrecht.

Wenn du dich auf ein Gewässer (-abschnitt) konzentrierst, lernst du außerdem viel schneller wann, wo und wie du die Karpfen am besten ans Band bekommst und kannst deine Angelzeit sehr stark optimieren!

3. Sei weniger Mobil

Mobiles Angeln ist voll im Trend. Zurecht. Man muss die Fische finden, damit man sie fangen kann. Im Herbst kann es allerdings auch vorteilhaft sein, sich so richtig auf einen Bereich einzuschießen und sich sesshaft zu machen.

Durch das oftmals wechselhafte Wetter ist ein dichtes und warmes Bivvy Gold wert für die Motivation. Es lässt dich auch an Hundswettertagen losziehen und mit etwas Übung, kannst du dein Camp wie im Schlaf sehr zügig auf- und abbauen.

In den kälteren und ungemütlicheren Jahreszeiten ist etwas Komfort bei vielen Anglern ein Schlüssel zur langfristigen Motivation! Karpfenanglen hat auch etwas mit Geduld und Ausharren zu tun – auch wenn das in den heutigen Videos anders wirkt.

4. Arbeite mit Futter

Wie bereits erwähnt, kann Futter im Herbst eine zentrale Rolle spielen. Baue dir langfristig einen Futterplatz auf, wenn es deine Zeit und dein Geldbeutel zulassen.

Man wird regelrecht süchtig danach, wenn man mit der Futterangelei die ersten Sternstunden erlebt hat.

Boilies sind ideale Köder für Herbstkarpfen.
Boilies sind ideale Köder für Herbstkarpfen. Im Herbst darf es auch etwas mehr Futter sein.

Hast du eine Stelle im Gewässer ‘am Laufen’ kannst du häufig in kurzen Sessions mit vergleichsweise vielen bissen rechnen.
Wenn du dich immer schon gefragt hast, wie zur Hölle einige Karpfenangler Doppel- oder sogar Tripleruns auf ihren Ruten haben, ist zu 90% ein guter Futterplatz dafür verantwortlich.

Wie du einen solchen Futterplatz richtig anlegst, haben wir hier beschrieben.

5. Angele gezielt auf die Großen

Karpfenmessen sind voll mit kleinen Dosen von grellen und UV-aktiven Pop-ups, die eine magische Wirkung auf Karpfen haben sollen.
Deren Erfolg ist nicht von der Hand zu weisen. Allerdings angelst du mit einem 15mm Popup nicht gerade selektiv. Häufig schwimmen Karpfen deinen Köder direkt an und nehmen ihn auf.

Ein riesen Vorteil.
Im Herbst solltest du aber ruhig mal gezielt auf die größeren Exemplare angeln. Diese kommen erfahrungsgemäß alleine oder in Kleinstgruppen auf den Futterplatz und fressen ganz ruhig große Mengen des angefütterten Futters.

Eine einfache Montage mit einem (oder zwei) großen Grundboilie(s) , ohne extra visuelle Reize, lässt dich zwar im Zweifel länger auf einen Biss warten. Allerdings sind die Chancen auf einen richtigen Brocken damit stark erhöht. Vor allem wenn du gezielt sehr grob fischst (zb mit einem 4er oder 2er Haken und einem vergleichsweisen langen Haar), kannst du effektiv auf Großwildjagd gehen!

Der Herbst verzeiht von allen Jahreszeiten, am meisten Fehler beim Karpfenangeln. Probiere also mal was Neues!

6. Achte auf den Wind

Der Wind hat maßgeblichen Einfluss beim Angeln. Das geht nicht nur uns Karpfenanglern so. Allerdings sind wir davon besonders betroffen, weil wir uns oft für eine Angelstelle entscheiden und dann eine lange Zeit dableiben (z. B. Eine Nacht).

Da das Wasser im Herbst wieder abkühlt, ist die windzugewandte Seite, welche du im Sommer verstärkt beangeln solltest, nicht mehr zwangsläufig die bessere Seite.

Im Herbst solltest du die Wasser- und Außentemperatur stets im Blick haben.

Bei kühlem Wetter und wärmerem Wasser ist meistens die windabgwandte Gewässerseite oder eine windstille Bucht viel interessanter, als im Wind zu sitzen.

An warmen Tagen jedoch, wo die Außentemperatur über der Wassertemperatur liegt, wärmt die Luft das Wasser und du solltest tendenziell eher an der windzugewandten Seite angeln!

Zusammenfassung

Diese Anleitung hat dir einen umfassenden Überblick über das Karpfenangeln im Herbst gegeben. Natürlich gibt es unzählige Einflussfaktoren beim Angeln. Wir haben versucht dir die für uns relevantesten vorzustellen.

Generell kannst du im Herbst am wenigsten ‘Fehler’ beim Karpfenangeln machen, weshalb diese Zeit für viele Karpfenangler so magisch ist. Du kannst dich in der Zeit auch ruhig mal an anspruchsvolle oder dir unbekannte Gewässer wagen und dort dein Glück probieren! 

Behalte die Temperatur und den Wetterverlauf im Blick und werde mit deinen Montagen ruhig etwas gröber. Das Wasser wird häufig durch den Niederschlag, Wind etc. im Laufe des Jahres trüber. Durch die kürzeren und tendenziell dunkleren Tage und tieferen Spots erkennen die Karpfen deine Montagen/Haken nicht mehr so gut. Die Tarnung ist und bleibt natürlich wichtig, aber sie nimmt nicht mehr so einen extrem hohen Stellenwert ein. Probiere ruhig mal neue Montagen und/oder größere/andere Köder aus. 

Solltest du die Zeit und das Geld für einen Langzeit-Futterplatz aufbringen können bzw. wollen, solltest du dies definitiv im Herbst einmal ausprobieren!

Wir wünschen dir viel Erfolg am Wasser und lasse uns gerne einen Kommentar da, solltest du noch irgendwelche Fragen oder Anregungen haben!

Christian

Christian Röhrs, passionierter Karpfenangler.

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