Karpfenangeln im Herbst

Karpfenangen im Herbst, dass Wasser ist noch warm, die Luft schon deutlich kälter.

Ab etwa Mitte September werden die Tage wieder deutlich kürzer. Die Zeiten von T-Shirts und Shorts werden nur noch in der Mittagssonne zur Ausnahme und allmählich beginnen die Bäume von Grün in einen gelb-gold-roten Ton zu wechseln. Der Herbst ist da! Unter Karpfenanglern wird häufig auf diese Zeit als beste Zeit im Jahr verwiesen – und das nicht ganz zu Unrecht.

In diesem Artikel erklären wir dir, wie du im Herbst erfolgreich auf Karpfen angeln kannst und was es zu beachten gilt. 

Ist es schon Herbst?

Der kalendarische Herbst fängt am 22.09. bzw. 23.09. an und geht bis zum 22.12. eines jeden Jahres. Durch die zunehmende Erderwärmung kommt es – für uns Angler – aber immer mehr zu Verschiebungen. Wenn wir beim Angeln vom Herbst reden, sprechen wir von der Zeit, in der sich das Wasser wieder deutlich abkühlt, die Tage kürzer werden und es generell mehr Niederschlag gibt. In den letzten Jahren konnte man während der Weihnachtsfeiertage bis etwa Mitte Januar in einigen Regionen Deutschlands noch von diesen Bedingungen sprechen. In dieser Zeit konnten wir teilweise noch mit einem Pullover vor die Haustür gehen, ohne dass einem direkt kalt wurde. 

karpfenangler
Herbstfisch aus einem tiefen Baggersee!

Halte dich also generell nicht zu sehr an den Kalender, der Übergang in den Angelherbst erfolgt schleichend. Es gibt nicht den einen Tag oder die eine Woche, wo sich für uns Angler schlagartig die Konditionen verändern. 

Solltest du dir im späten Herbst Gedanken machen, ob du mit diesem Ratgeber noch auf der richtigen Spur bist, messe einfach mal die Wassertemperatur deines Zielgewässers.

Als Faustregel kann man sagen: Solange das Wasser noch 2-stellige Temperaturen anzeigt, kannst du getrost auf Herbststrategien zurückgreifen. 

Je kühler dabei das Wasser und je kürzer das Tageslicht wird, desto inaktiver werden Karpfen generell. Solltest du einen Langzeitfutterplatz (siehe Artikel -> Futterstrategien) befüttern, kannst du die Fische teilweise darauf konditionieren, dass sie einfach (wie gewohnt) weiterfressen.

Im Herbst ist Futterzeit, oder?

Unter Karpfenanglern grassiert der Mythos, dass die Karpfen im Herbst besonders aktiv sind, weil sie sich Winterspeck anfressen müssen. Diese Aussage ist erstmal nicht falsch, allerdings fressen Karpfen im Prinzip einen sehr großen Teil des Jahres sehr viel. Alles startet mit den Laichvorbereitungen in denen die Karpfen richtig Masse zulegen.

Während des Laichgeschäfts stoppen sie für einen kurzen Zeitraum mit dem Fressen. Danach ist, bis das Wasser wieder stark abkühlt, in der Regel keine Fresspause mehr erkennbar. Lediglich in sehr flachen Gewässern kann ein sehr warmer/trockener Sommer zu einer Sauerstoffknappheit führen, wodurch die Karpfen inaktiver werden. 

Boilies sind ideale Köder für Herbstkarpfen.
Boilies sind ideale Köder für Herbstkarpfen. Im Herbst darf es auch etwas mehr Futter sein.

Der große Erfolg des Futters im Herbst liegt viel mehr an dem langsam schwindenden natürlichen Futterangebot. Das üppige Angebot an den meisten natürlichen Nahrungsquellen wird stetig dünner, was unser eingebrachtes Futter immer attraktiver macht. Generell kannst du deshalb im Herbst ruhig etwas mehr Futter einbringen, sobald du Vertrauen in deine Spots und eine grobe Ahnung vom Fischbestand hast. Die Karpfen werden angenommene Futterplätze immer häufiger komplett leerräumen!

Die Wetterbedingungen und die Spots

Im Herbst wird das Wetter wechselhafter und die Karpfen stehen tendenziell tiefer.
Die Wetterbedingungen sind nun häufig vergleichsweise gut. Extrem lange Hochdruckphasen (wie teilweise im Sommer) bleiben oft aus und der immer regelmäßigere Regen und Wind versorgen die Gewässer mit reichlich Sauerstoff.

Die immer kürzeren Tage und damit auch das weniger werdende Licht, lädt die Fische nicht mehr länger zum Sonnenbaden ein und der Krautbewuchs an vielen Gewässern geht langsam zurück.  

Herbst-Spots für Karpfen

Regenfälle, Winde und Wetterumschwünge kommen jetzt häufiger vor, was vor allem die oberen/flacheren Wasserschichten sehr wechselhaft macht. Das mögen Karpfen in der Regel nicht so gerne, sie finden tendenziell im tieferen Wasser konstantere Bedingungen vor. 
Du solltest die Fische also vermehrt auf tieferen interessanten Stellen suchen. 

Man kann außerdem in vielen Regionen beobachten, dass man – vor allem im späteren Herbst – immer mehr Platz und Ruhe am See hat. Viele Angler (vor allem Allround-Angler) zieht es nur bei schönem Wetter ans Wasser. Auch Seen, an denen im Hochsommer reger Badebetrieb herrscht, sind im Herbst oft für uns als Karpfenangler wieder sehr attraktiv.

Wetterbedingungen beim Karpfenangeln im Herbst

Ein verregneter oder windiger Tag kann zu einem richtig schönen Angeltrip werden. Man hat hier in Deutschland dann teilweise ganze Seen bzw. Seeabschnitte für sich alleine! Dabei ist natürlich wichtig, dass du dir genügend Komfort gönnst. Wetterfeste Kleidung wird zu einem der wichtigsten Utensilien am Wasser.

Bei längeren Sessions wirken gemütliche Brollys oder Bivvys als Regen- und Windschutz wahre Wunder! Nur wenn du dich wohl fühlst, macht das Angeln Spaß – so wirst du die ein oder andere Stunde mehr am Wasser verbringen, was sich langfristig natürlich in zusätzlichen Fängen auszahlen wird!

Schöner Herbstkarpfen aus einem tiefen Baggersee.
Schöner Herbstkarpfen aus einem tiefen Baggersee.

Generell kann man im Herbst am wenigsten ‘Fehler’ beim Karpfenangeln machen, weshalb diese Zeit für viele Karpfenangler so magisch ist.  Du kannst dich in der Zeit auch ruhig mal an anspruchsvolle oder dir unbekannte Gewässer wagen und dort dein Glück probieren! 

Du kannst im Jahresverlauf auch etwas gröber mit deinen Montagen werden. Das Wasser wird häufig durch den Niederschlag, Wind etc. im Laufe des Jahres trüber. Durch die kürzeren und tendenziell dunkleren Tage und tieferen Spots erkennen die Karpfen deine Montagen/Haken nicht mehr so gut. Die Tarnung ist und bleibt natürlich wichtig, aber sie nimmt nicht mehr so einen extrem hohen Stellenwert ein. Probiere ruhig mal neue Montagen und/oder größere/andere Köder aus – Probieren geht über Studieren!

Christian

Christian Röhrs, passionierter Karpfenangler.

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