5 Tipps für erfolgreiches Karpfenangeln im Sommer

Karpfenangeln im Sommer

Wärme Temperaturen, viel Sonne und lange Tage treiben viele Angler ans Wasser. Der Sommer ist einfach die angenehmste Jahreszeit, um mal so richtig am Wasser runter zu kommen und viel Zeit um seine Angelleidenschaft auszuleben! Doch welche Dinge sind beim Karpfenangeln zu beachten? In diesem Artikel haben wir dir 5 Top-Tipps zusammengestellt, um dein Angeln auf Karpfen im Sommer effektiver zu gestalten!

Wann sprechen wir vom Sommer?

Der kalendarische Sommer ist für uns Karpfenangler weniger von Bedeutung, als die Kombination aus längeren warmen Wetter- und Wassertemperaturen. Als Faustregel kannst du unsere Tipps nach der Laichzeit der Karpfen anwenden.

Nach der Laichzeit fressen die Karpfen in sehr regelmäßigen Phasen, sehr große Mengen. Dieses Verhalten behalten die Rüssler bei, bis die Temperaturen wieder deutlich sinken und die Tage wieder kürzer werden.

5 Tipps zum Karpfenangeln im Sommer

Wähle die richtigen Gewässer aus

Der Sommer ist die Zeit des dichten Krautbewuchses. Es gibt einige flache Gewässer die sich im Hochsommer kaum noch effektiv beangeln lassen, weil das Kraut einfach viel zu dicht ist. Wir haben einen Guide für solche Fälle in diesem Artikel beschrieben.

Wenn du die Wahl zwischen mehreren Gewässern hast, kannst du natürlich auch vermeiden zu krautige Seen (bzw. Seebereiche) zu meiden.

Stark verkrauteter Baggersee: hier ist es schwer zu Loten oder den Gewässergrund zu erkunden.
Stark verkrauteter Baggersee: ideale Lebensbedingungen für Karpfen.

Weiterhin kann es sein, dass in sehr heißen Sommerperioden das Wasser so stark aufwärmt, dass die Fische in eine regelrechte Lethargie verfallen. Sie nehmen dann kaum noch Nahrung zu sich und bewegen sich nur noch sehr wenig. Kaltes Wasser bindet Sauerstoff viel besser als warmes Wasser. Dadurch kann es im Hochsommer an sehr flachen und kleinen Gewässern zu dieser Situation kommen.

In diesem Fall solltest du dir ein anderes Gewässer suchen oder gezielt mit einzelnen Ködern angeln, ohne viel anzufüttern. Auch das Warten auf ein Sommergewitter oder ein paar Regentage wirkt in solchen Situationen Wunder! Unter solchen Bedingungen erwachen diese Gewässer oft schnell wieder ‘zum Leben’ und du kannst wahre Sternstunden erleben.

Im Idealfall suchst du dir ein Gewässer, was eine ordentliche Wassertiefe von mindestens 7-10m an einigen Stellen hat. Im Sommer sind vor allem größere Gewässer häufig sehr interessant, wenn du die richtigen Stellen lokalisieren kannst. Und damit kommen wir auch schon zu dem nächsten Tipp.

Location, Location und Location!

Wie immer beim Karpfenangeln, solltest du versuchen die Karpfen auszumachen und erst dann richtig füttern bzw. Sogar erst dann anfangen zu angeln!

Im Sommer fressen die Fische sehr häufig im ersten Tageslicht und verraten sich dann auch häufig, durch bspw. Fressblasen, Buckeln oder Springen.

Um möglichst effektiv zu angeln, solltest du dir an neuen Gewässern beim Angeln über Nacht einen Wecker stellen, welcher dich vor dem ersten Licht aufweckt.

Früh morgens die Karpfen finden

Setz dich raus und beobachte das Wasser genau. Morgens ist es häufig recht windstill. Dadurch kannst du sehr gut sehen, ob und wo sich Fische zeigen. Sich zeigende Fische sind fast immer Karpfen (mit Ausnahme von Forellen und Stören).

Ein Karpfen hat sich am frühen Morgen durch Springen gezeigt.
Hier ist ein Karpfen gesprungen: Früh am Morgen lohnt es sich, die Augen und Ohren offen zu halten!

Mit etwas Erfahrung erkennst du Karpfen allerdings sehr gut. Dieses Wissen ist ein massiver Vorteil, weil du deine Angelstellen danach ausrichten solltest! Solltest du an dem Morgen noch nicht umziehen wollen, präge dir die Stelle genau ein und versuche sie beim nächsten Mal! Sofern du sie sinnvoll beangeln kannst.

Vor allem an größeren Seen ist im Sommer auch die Windrichtung häufig eine wichtige Einflussgröße. Du solltest vermehrt versuchen an der Seite des Sees zu angeln, auf die gerade der Wind steht! Die Karpfen zieht der Wind bzw. Das sich am Ufer/an den Kanten um wirbelnde Wasser im Sommer magisch an!

Krautkanten

Tendenziell sind im Sommer Krautkanten sehr interessant. Karpfen lieben Kraut. Sie finden dort Schutz und natürliche Nahrung. Weiterhin erzeugt das Kraut bei Sonnenausstrahlung Sauerstoff, was die Fische zusätzlich anreizt, sich dort aufzuhalten. 

Krautkanten sind ein Hotspot für das Karpfenangeln im Sommer.
Die Krautkante gut sichtbar.

Offenes Wasser

Auch das offene Wasser in mittleren Tiefen ist in dieser Jahreszeit sehr interessant. Da sich das Wasser im Laufe des Jahres immer mehr, von den oberen Schichten ausgehend, erwärmt, werden zunehmend auch mitteltiefe Bereiche (z.B. 5-10m) äußerst interessant.

Diese werden im Sommer wieder mit Sauerstoff versorgt und erwärmen sich, sodass die Karpfen auch auf diesen Tiefen wieder Nahrung finden und sich wohl fühlen. 

Im Idealfall kannst du dabei abschätzen, wo in etwa die Sprungschicht liegt. Wenn du diese Information hast, solltest du Stellen im Bereich der Sprungschicht (oder knapp darüber) suchen. Hier halten sich die Karpfen im Sommer vermehrt auf. Wie die Sprungschicht funktioniert, haben wir in diesem Artikel beschrieben!

Das richtige Futter verwenden

Im Sommer ist das natürliche Nahrungsangebot in den Gewässern am höchsten. Durch die warmen Temperaturen vertilgen die Karpfen aber auch größere Mengen. Im Sommer solltest du auf weichere Partikel wie bspw. Mais oder Kichererbsen eher verzichten.

Das liegt nicht unbedingt daran, dass die Karpfen lieber deftig fressen in den Sommermonaten – sondern viel mehr an den ganzen Mitessern (wie bspw. Brassen). Diese können bei den warmen Temperaturen zu richtigen Plagen werden. Auch Pellets können kontraproduktiv wirken!

Daher eignen sich im Sommer vor allem Boilies und Tigernüsse extrem gut. Mit Tigernüssen kannst du sehr selektiv auf Karpfen angeln. Sie werden nur sehr bedingt von Brassen, Schleien oder Welsen aufgenommen!

Der richtige Boilie für den Sommer

Im Sommer sollten deine tendenziell Boilies etwas härter sein. Sie waschen durch das wärmere Wasser besser aus und geben ihre Inhaltsstoffe eher an die Umwelt ab. Durch vermehrte Weißfisch-Attacken, werden deine Boilies allerdings sehr häufig „angelutscht“. Durch einen entsprechenden härteren Boilie minimierst du die Gefahr, dass dir bspw. Rotaugen den Köder vom Haar knabbern, ohne dass du es mitbekommst. 

Häufig laufen bestimmte Geschmäcker und Farben an einigen Gewässern besser als an anderen. So kann es in einem Gewässer mit süßen oder fruchtigen Boilies sehr gut laufen und in einem anderen vermehrt mit Fischmehl-Boilies. Solltest du keinen Unterschied feststellen können, eignen sich aus unserer Sicht eher süße Boilies. Diese sind für Brassen und Welse viel unattraktiver! 

Ein nussiger Boilie ist ein guter Köder für den Sommer, um Beifang wie Brassen zu vermeiden.
Ein nussiger Boilie ist ein guter Köder für den Sommer, um Beifang wie Brassen zu vermeiden.

Solltest du ein Gewässer im Sommer länger befischen wollen, ist es Ratsam einen Futterplatz anzulegen. Das richtige Anfüttern beim Karpfenangeln haben wir in diesem Artikel beschrieben! Durch ein längeres Füttern gewöhnst du die Karpfen regelrecht an deine bevorzugte Boilie-Sorte, was sich sehr positiv auf Fangergebnisse auswirken kann!

Wir haben für die richtige Auswahl der Boilies für den Sommer, einen separaten Artikel verfasst!

Lass dein Zelt zuhause

Sollte es das Wetter zulassen, versuche ohne unnötiges Gepäck loszuziehen. Allem voran ist das Zelt das größte Hindernis, mobil zu bleiben. Einmal aufgebaut kann dein innerer Schweinehund wahnsinnig mächtig sein! Auch wenn Fische sich an anderen Stellen des Gewässers zeigen, läufst du Gefahr, auf deinem unproduktiven Platz sitzen zu bleiben – „die ziehen bestimmt bald zu mir rüber“. Die traurige Wahrheit ist: Sie tun es oftmals doch nicht!

Wenn du nur das nötigste mitnimmst, kannst du viel leichter (und auch schneller) die Angelstellen wechseln. Wenn du dich erst einmal von dem Komfort eines Zeltes verabschiedet hast, wirst du merken, dass Angeln eben nicht nur „Campen“ bedeutet. 

Hast du an einer Stelle kein Glück, kannst du mit minimalem Aufwand umziehen und andere Stellen ausprobieren. Wenn du deine Angelausrüstung gut sortierst und auf kleine Packmaße achtest, kannst du dir häufig doppelte und dreifache Wege sparen. 

Angele auch im Mittelwasser und an der Oberfläche

Häufig ertappen wir uns selbst, wie wir unsere Grundmontagen ganz selbstverständlich ins Wasser werfen. Karpfen fressen viel am Gewässergrund und die Montagen funktionieren einfach! Dabei sind die Fische nicht unbedingt den ganzen Tag am Grund unterwegs. Sie wandern viel mehr an der Wasseroberfläche oder im Mittelwasser umher, als uns als Angler eigentlich lieb ist.

Zig-Karpfen im Sommer
Diesen Karpfen habe ich auf ein Zig gefangen.

Deshalb solltest du im Sommer unbedingt auch Zig-Angelei betreiben und/oder an der Oberfläche mit Schwimmbrot oder sogenannten Floatern angeln! Du wirst sicherlich den ein oder anderen Bonuskarpfen mit einer dieser Methoden auf die Matte bekommen!

Für das Zig-Angeln musst du im Zweifel nicht mal deine Montage ändern, sondern nur ein anderes Vorfach verwenden. 

Christian

Christian Röhrs, passionierter Karpfenangler.

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