Wurfgewicht von Karpfenruten: Lbs in Gramm umrechnen

Das Wurfgewicht von Karpfenruten wird im Handel fast ausschließlich mit einer sogenannten Testkurve in ‘Lbs’ angegeben. Die Testkurve gibt Aufschluss darüber, wie steif eine Rute ist und damit unter anderem auch, für was für ein Wurfgewicht sie geeignet ist. 

Die Abkürzung Lb (Einzahl) steht für die englische Gewichtseinheit Pfund. Ein Lb beträgt 454 Gramm (nicht 500 Gramm wie das deutsche Pfund). 

Eine Testkurve wird ermittelt, indem man an eine waagerecht gehaltene Rute soviel Gewicht hängt, bis sie mit der Spitze auf den Boden zeigt. 

So sind bspw. für eine handelsübliche 3lbs Karpfenrute 3×454 Gramm (also 1,362kg) erforderlich, um die Rutenspitze auf den Boden zeigen zu lassen. Wie du die beste Karpfenrute für dich auswählst, haben wir bereit in diesem Artikel beschrieben.

Tabelle: Testkurve (lbs) in Wurfgewichte

Testkurve in lbsMaximales WurfgewichtOptimales Wurfgewicht
1,00 lbs28 g23 g
1,25 lbs35 g28 g
1,50 lbs43 g34 g
1,75 lbs50 g40 g
2,00 lbs57 g45 g
2,25 lbs64 g51 g
2,50 lbs71 g57 g
2,75 lbs78 g62 g
3,00 lbs85 g68 g
3,25 lbs92 g74 g
3,50 lbs99 g79 g
3,75 lbs106 g85 g
4,00 lbs113 g91 g
5,00 lbs142 g113 g
6,00 lbs170 g136 g

Im folgenden gehen wir genauer auf die Berechnung des maximalen und optimalen Wurfgewicht einer Karpfenrute ein.

Maximales Wurfgewicht einer Karpfenrute

Um das maximale Wurfgewicht zu ermitteln, kann man das Gewicht der Testkurve durch 16 teilen. Bei einer Testkurve von 3 Lbs also 1,362 kg er gibt das:

1362g / 16 = 85 Gramm maximales Wurfgewicht. (abgerundet – es sind tatsächlich 85,125 Gramm) 

Das maximale Wurfgewicht dient allerdings eher als theoretischer Wert, mit dem die Rute auch bei äußerst wuchtigen Würfen klarkommen sollte.

Optimales Wurfgewicht einer Karpfenrute

Das optimale Wurfgewicht liegt etwa 20% unter dem maximalen Wurfgewicht

Um 20% vom ursprünglichen Wert (Z.B. 3lbs = 85 Gramm) abzuziehen, rechnet man am leichtesten die verbleibenden 80% (also 0,8) mal (*) den ursprünglichen maximalem Wurfgewicht. In unserem Beispiel also:

0,8 * 85 Gramm = 68 Gramm 

Man erreicht also theoretisch mit einer 3lbs Rute die weitesten Entfernungen mit einem 68 Gramm Blei.

Anders formuliert: Die Rute ‘wirkt’ bei einem kraftvollen Wurf mit 68 Gramm ‘optimal mit’. 

Das heißt nicht, dass man nicht schwere Bleie nutzen bzw. auswerfen kann. So ist es bspw. in der Regel ohne Probleme möglich, auch ein 100 Gramm Blei mit einer 3 Lbs Rute zu werfen. Die Rute kann allerdings, je höher das Gewicht über dem Maximalgewicht liegt, immer leichter ‘überbiegen’, was sich wiederum negativ auf die erreichbaren Distanzen auswirkt. Genauso lassen sich leichtere Bleie problemlos werfen. Auch hier kann es dann zu leichten Einbußen in der erreichbaren Distanz kommen, weil der Blank der Rute sich unter Umständen nicht richtig mit biegt und damit den Katapulteffekt reduziert.

2,75 lbs oder 3 lbs Karpfenrute?

Wenn du dich bspw. zwischen einer 2,75 lbs oder 3 lbs Karpfenrute entscheiden möchtest, solltest du dir zunächst generell über die Konzeption der Rute im Klaren sein. Eine 2,75 lbs Rute hat ein optimales Wurfgewicht von 62 Gramm, eine 3 lbs Rute von 68 Gramm.
Der optimale Wirkungsgrad ist also unterschiedlich. In der Praxis ist dies allerdings häufig zu vernachlässigen.

Die wenigsten Angler, das sollte man sich eingestehen, bekommen die Ruten komplett ‚aufgeladen‘ – sodass sich Diese optimal biegen und mitarbeiten. Das wird in der Regel aber auch nicht häufig notwendig sein, um deine gewünschten Angelstellen per Wurf zu erreichen. Du wirst mit einer 3 lbs Karpfenrute etwas später (bei schwerer werdenden Bleien) an die Auswurfgrenzen kommen. Hierbei gibt es allerdings auch qualitative Unterschiede zwischen den Herstellern und Rutenmodellen. Einige Ruten vertragen wesentlich höhere Gewichte als andere. So ist es in der Regel ohne weiteres möglich, auch schwerere Gewichte als vom Hersteller angegeben, zielgerichtet zu befördern.

Weichere Ruten bieten ein direkteres Feedback und mehr Aktion während des Drills, was für mehr Spaß und Sicherheit (Reduktion der Ausschlitzer während ruckartigen Fluchten) sorgt. Solltest du allerdings an sehr großen Gewässern angeln und teilweise weit werfen müssen, eignen sich etwas härtere Ruten besser. Sobald du deine Ruten mit dem Boot oder Futterboot raus fährst, kannst du auf weichere Alternativen zurückgreifen.


Christian

Christian Röhrs, passionierter Karpfenangler.

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