Feedern auf Karpfen

Feederrute um auf Karpfen zu angeln

Das Feedern auf Karpfen ist eine spannende Möglichkeit, Karpfen nachzustellen. Das leichtere Gerät und die Bissindikation über die Rutenspitze, können für eine erfrischende Abwechslung zum monotonen Festbleiangeln bieten! Durch die aktivere Form des Angelns lässt sich viel über ein Gewässer herausfinden und ob Spots wirklich produktiv sind!

In diesem Beitrag erklären wir dir, wie du erfolgreich auf Karpfen feedern kannst und was es dabei zu beachten gibt.

Was bedeutet Feedern?

Das Wort Feedern kommt aus dem Englischen (Kunstwort aus dem englischen Wort: „feed“ auf Deutsch: füttern). Im Wesentlichen beschreibt das Feedern, dass Angeln mit einem Futterkorb und einer speziellen Art von Rute (einer sogenannten Feederrute), die eine sehr weiche und zumeist farbige Spitze hat. Dabei wird die Rute nach dem Auswurf oft in einen 90°-Winkel zum gespannten Schnurverlauf ausgerichtet.

Die Schnur wird so auf Spannung gesetzt, dass sich die extrem weiche Spitze der Feederrute biegt. Sobald ein Fisch am Hakenköder zieht, erkennt man dies an der wackelnden bzw. sich weiter krümmenden Rutenspitze. Damit man einen Biss deutlich erkennt, ist die Rutenspitze einer Feederrute meistens grell gefärbt (z.B. Rot oder Orange), ähnlich einer Pose. 

Grundsätzlich wird hierbei zwischen zwei Methoden unterschieden. Dem klassischen Feedern und dem Method Feedern.

Das klassische Feedern mit dem Futterkorb

Beim klassischen Feedern wird der Futterkorb als Laufblei verwendet. Der Futterkorb ist so aufgebaut, dass er das Futter schnell (teilweise schon beim Aufprall) freigibt. Hinter den Futterkorb wird meistens eine Pufferperle, ein Karabiner und das jeweilige Vorfach montiert. Durch die Laufbleimontage hakt sich der Fisch nicht vollständig selbst, sondern du musst als Angler (wie beim Posenangeln) anschlagen, sobald sich die Rutenspitze weiter krümmt. 

Mit dem Futterkorb gezielt auf Karpfen angeln.
Mit dem Futterkorb gezielt auf Karpfen angeln.

Das klassische Feedern ist unter Weissfischanglern extrem beliebt und bringt auch für das Karpfenangeln interessante Aspekte mit sich. 

Das Method Feedern

Das Method Feedern ist eine moderne, ans Karpfenangeln angelehnte Methode. Beim Method Feedern ist der Futterkorb in der Regel von einer Seite „verbleit“, was dafür sorgt, dass sich das Futter beim Aufprall nicht löst. Man presst das Futter stark zusammen, sodass es im Idealfall eine lange zusätzliche Lockwirkung in der Nähe des Hakenköders hat.

Method Feeder eignen sich extrem gut für Karpfenangeln.
Method Feeder eignen sich extrem gut für Karpfenangeln.

Im Prinzip ist das Method Feedern also sehr ähnlich zum Angeln mit PVA-Bags (siehe Artikel). Das Blei ist dabei ein Inline-Blei und wird als Festbleimontage geangelt. Der Fisch hakt sich selbst und du musst dem Fisch als Angler lediglich Paroli bieten. Für diese Art des Angelns ist nicht unbedingt eine Feederrute erforderlich – du kannst Method Feeder-Bleie auch mit deinen normalen Karpfenruten und bspw. elektronischen Bissanzeigern verwenden. 

In diesem Artikel werden wir vor allem auf das klassische Feedern eingehen, da sich das Method Feedern nur sehr geringfügig vom normalen Karpfenangeln unterscheidet. Weiterhin bietet das klassische Feedern weitere Vorteile, auf die wir hier eingehen möchten. 

Der richtige Futtermix für das Feedern auf Karpfen

Der grundsätzliche Unterschied beim Feedern auf Karpfen zum Feedern auf Weissfische ist die Art des Futtermixes. Bei Letzterem versucht man mit dem Futtermix lediglich die Fische zum Fressen zu animieren und anzulocken. Durch die feine Körnung und wenig bis gar kein festes Futter (im Wesentlichen „nur“ ein Grundmix) wie bspw. Maden, Mais oder Pellets werden die Fische nicht satt und bleiben im Idealfall lange am Futterplatz. 

Für das Feedern auf Karpfen darf das Futter ruhig grobkörniger werden. Dein Ziel ist weniger, die kleinen Fische dauerhaft auf deinem Spot zu halten, als vielmehr einen Futterteppich für Karpfen anzulegen. In diesem Fall sind Mitesser zwar erwünscht, aber Sie dürfen ruhig satt werden, ohne dass du sie an den Haken bekommst.

Vergröbere deinen Mix und deine Montagen nach und nach. Fange am besten sehr kleinteilig an und versuche ein paar kleine Fische zu fangen. Danach kannst Du alle möglichen Partikel (Mais, Hanf, Weizen, etc.) mit in den Futtermix geben. Außerdem kannst du bspw. Maden, Pellets und/oder gemahlene Boilies hinzugeben. Der Mix ist damit etwas gröber und die Wahrscheinlichkeit, dass Futter für die Karpfen liegen bleibt, ist stark erhöht. 

Die richtige Taktik des Feederns auf Karpfen

Je nach Gewässer kann es sinnvoll sein, erstmal auf ein paar Weissfische zu Feedern. Sollte dir das Gewässer oder die Stelle unbekannt sein, versuche zunächst ein paar kleine Fische zu fangen. Das ist in der Regel viel leichter und du stellst damit sicher, dass die Stelle auch wirklich attraktiv für Fische ist bzw. Fische dort nach Futter suchen. 

Solltest du dein Gewässer und die Stelle bereits kennen, kannst du natürlich direkt mit einem groben Futtermix und einem größeren Haken/Köder beginnen. 

Am Anfang den Futterkorb häufig neu auswerfen und so einen Futterplatz aufbauen

Anfangs solltest du sehr häufig den Futterkorb neu befüllen. Ich starte in der Regel mit einem 10-15 Minutenintervall. Dazu stelle ich mir einen Handy-Timer und resette ihn nach jedem neuen Auswurf. Nutze auch ruhig den Schnurclip an deiner Angelrolle, so triffst du jedes Mal die gleiche Entfernung. Durch die tendenziell weichere Rute und die Dehnfähigkeit der Schnur, kannst du auch mit recht wenig Erfahrung den Schnurclip während eines Karpfenbisses lösen.

Für Weissfische ist das in der Regel nicht notwendig. Damit stellst du sicher, dass du einen Futterteppich aufbaust, auch wenn zunächst keine Fische beißen. Es ist meistens ein Fehler, am Anfang einer Feeder-Session, die Rute zu lange im Wasser zu lassen. Nach und nach kannst du die Zeit deines Handy-Timers dann verlängern. Starte ruhig mit einem kleinen Haken und einer oder zwei Made(n) – kleine Fische steigern das Vertrauen immens. 

Partikel lassen sich am Ufer genauer anfüttern.
Kleine Partikel können am Haar angeboten werden, wenn die Fische größer werden.

Sobald du einen (oder ein paar) kleinere Fische gefangen hast, kannst du sukzessive größer mit deinen Montagen und Ködern werden. Du weißt jetzt, dass die Fische den Bereich nicht meiden und sie dort fangbar sind! Das kann extrem hilfreich sein!

Verwende anschließend größere Haken und nutze z.B. Maiskörner oder Cocktails (Maden und Maiskörner „gemischt“). Das hält dir die Kleinstfische vom Leib und erhöht damit bereits die Chancen auf einen Karpfen. Du kannst auch auf Haarmontagen mit kleinen Pellets, Maisketten oder sehr kleinen Boilies (6-10mm – gerne auch grelle Farben!) wechseln, um Beifänge zu reduzieren.

Hier findest du Tipps zum Hartmais kochen.

Vorteile des Feederns auf Karpfen

Es gibt mehrere Vorteile die du aus dieser Art der Angelei ziehen kannst. Zunächst frischt es das manchmal sehr monotone Festblei-Angeln auf Karpfen etwas auf. Man hat generell etwas mehr Aktion und fängt auch mal den ein oder anderen Beifang. Man kann natürlich parallel seine andere Rute(n) als klassische Karpfenmontage(n) weiter angeln. 

Viel wichtiger sind aber zwei andere Aspekte. Erstens prüfst du eine potentielle Angelstelle mit vergleichsweise kurzem Zeitaufwand. Solltest du größere Weissfische fangen können, sind die Karpfen oft nicht weit entfernt! Zweitens säuberst du den Untergrund von jeglichem Unrat. Die fressenden und gründelnden Fische werden deine Angelstelle von eventuellen Krautresten und Sedimenten weitestgehend freiräumen und du fütterst zusätzlich (je nach Zusammensetzung deines Futtermixes) bereits eine Stelle an. 

Wenn du bspw. über Nacht an der Stelle angelst, kannst du eine normale Karpfenrute/-montage während du schläfst auf genau diese Stelle legen. Sie ist bereits vorgefüttert und im besten Fall gesäubert.

Christian

Christian Röhrs, passionierter Karpfenangler.

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