Karpfenangeln kann für Anfänger sehr verwirrend sein. Es gibt unzählige Firmen, die ihre Ausrüstung und/oder Köder anpreisen und man verläuft sich im Dschungel der Möglichkeiten und Alternativen sehr schnell.
Mit diesem Beitrag wollen wir dir einen groben Leitfaden für das Karpfenangeln für Anfänger an die Hand geben und damit etwas Licht ins Dunkel bringen!
Wir erläutern in diesem Beitrag eine generelle Herangehensweise ans Karpfenangeln auf einem sehr hohen Level. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten zum Erfolg zu kommen. Die hier beschriebene ist eine davon.
Klassisches Karpfenangeln ist Ansitzangeln. Man ist vergleichsweise zum Angeln auf andere Fischarten häufig eher passiv und man kann generell eine relativ niedrige Bissfrequenz unterstellen. Daher eignen sich zum Karpfenangeln meist 2 oder 3 Ruten (je nach Vereinsregelung), um deine Chancen auf einen Biss zu erhöhen und eventuell auch mehrere Stellen auszuprobieren.
Die Rute sollte hart genug sein, um wenigstens 60-80 Gramm werfen zu können, da wir eine Grundmontage verwenden und der Fisch sich über ein Festbleisystem selbst haken soll. Wenn das Gewicht zu leicht ist, kann dieser Effekt darunter leiden.
Außerdem ist es vorteilhaft, wenn die Rute relativ lang ist, weil du damit etwas weiter werfen kannst. In diesen beiden Artikeln sind spezielle Karpfenruten mit Längen und Wurfgewichten erläutert.
Die Rolle sollte über genug Schnurfassung und eine gute Bremse verfügen, da Karpfen sehr kampfstark sind. Je weiter du vom Ufer entfernt angelst und je größer das Gewässer und die potentiellen Fische darin sind, desto mehr Wert solltest du darauf legen.
Es gibt spezielle Karpfenrollen, die typischerweise ein großes Schnurvolumen aufweisen und deren Bremsen sich auch für stärkere Fische eignen. Fischst du zunächst an kleinen Gewässern, wo du keine Fische jenseits der 15 Kilo-Marke erwartest, kommst du in der Regel auch mit einer halbwegs soliden Allroundrolle zurecht.
Als Anfänger beim Karpfenangeln solltest du die Hauptschnur lieber etwas zu dick als zu dünn wählen. Monofile Schnur mit einem Durchmesser von 0,30-0,35mm sind fast immer eine gute Wahl.
Unter Karpfenanglern hat sich der elektronische Bissanzeiger durchgesetzt. Wenn ein Fisch sich gehakt hat und Schnur nimmt, ertönt ein Piepton. Elektronische Bissanzeiger sind definitiv komfortabel, aber eigentlich brauchst du sie nur, wenn du über Nacht angeln möchtest. Sitzt du tagsüber vor deinen Ruten, wirst du die Karpfenbisse schon mitkriegen.
Die meisten Karpfen setzen zur Flucht an und du wirst die Rolle deutlich hören und es auch an einer wackelnden, sich biegenden Rute erkennen!
Wenn du also nur tagsüber angelst, reichen zum Einstieg ein paar Rutenständer aus.
Unterschätze nicht, dass es lange dauern kann, bis du einen Biss bekommst! Mach es dir gemütlich. Ansonsten läufst du schnell Gefahr, die Lust zu verlieren!
Eine gute Einsteiger-Montage ist ein sogenanntes Leadclip-System.
So ein System kannst du fertig kaufen oder die Komponenten einzeln kaufen. Der Vorteil bei dieser Montage ist, dass sie Verwicklungen beim Auswurf recht gut entgegenwirkt und sich im Falle eines Bisses das Blei lösen kann. So verminderst du die Chance, dass du den Fisch im Drill verlierst!
Zum Karpfenangeln haben sich Haarmontagen durchgesetzt. Du befestigst deinen Köder nicht auf dem Haken, sondern lässt ihn darunter ‚baumeln‘. Dafür benötigst du eine Ködernadel und ein paar Stopper.
So ein Vorfach kannst du als Anfänger fertig kaufen. In diesem Artikel haben wir beschrieben, wie man ein Haarvorfach selbst bindet!
Im Idealfall ist das Vorfach aus einem relativ steifen Material (damit verhinderst du, dass dein Vorfach sich um das Bleisystem verwickelt) und ist etwa 15-25cm lang.
Zusätzlich solltest du einen sogenannten ‚Anti-Tangle-Sleeve‘ verwenden. Das bezeichnet ein Stück Kunststoff das über einen Teil des Wirbels und des Vorfachs gezogen wird, um zusätzlich vor Verwicklungen zu schützen) nutzen.
Wenn du auf Karpfen angeln willst, eignet sich eine Vielzahl an Ködern. Maden und Würmer sind wenig selektiv, du wirst also häufig andere Fischarten damit fangen. Boilies, große Pellets, Hartmaisoder Tigernüsse eignen sich hingegen sehr gut. Lass dich von der schier unendlich erscheinenden Köderauswahl nicht verwirren. Ein Karpfen ist ein ganz gewöhnlicher Fisch, der für sein Leben gerne frisst! Im Zweifel guck es dir zu Beginn bei anderen Anglern ab – die meisten Angler haben keine Probleme damit, Infos über ihre Köder abzugeben.
Im besten (einfachsten) Fall schwebt dir schon ein Gewässer vor, von dem du weißt, dass dort Karpfen gefangen werden/wurden. Wenn du die Auswahl zwischen verschiedenen Gewässern hast, dann versuch dich zunächst möglichst an kleineren Seen oder Teichen. Je größer und tiefer Gewässer werden, desto schwerer kann es sein, Karpfen zu lokalisieren. Diese Faustregel trifft natürlich nicht immer zu, hat aber eine gewisse Gültigkeit.
Man läuft beim Angeln immer Gefahr, dort zu angeln, wo gerade keine Fische sind. In kleineren und flacheren Gewässern sind die Fische aber zwangsläufig näher bei dir und deinen Ködern! Weiterhin sind Fische in kleinen Seen häufig leichter zu lokalisieren. Gerade früh morgens zum ersten Tageslicht, springen und rollen sich Karpfen manchmal oder man erkennt Fressblasen. Das fällt an kleineren Gewässern natürlich wesentlich leichter, weil man diese besser überblicken kann.
Sobald du so etwas siehst, präge dir die Stelle möglichst genau ein und versuche dort dein Glück – unsere Augen sind unsere wertvollste Waffe im Aufspüren von Karpfen!
Solltest du keine Zeichen von Karpfen erkennen, hast du einen weiteren Vorteil an kleineren Gewässern. Du kannst die verschiedenen Angelbereiche ‚recht schnell‘ abangeln. Fängst du innerhalb von einem Tageszyklus auf einer vielversprechenden Stelle keine Fische, versuchst du die nächste – bis es irgendwann klappt!
Die richtigen Stellen zu finden, ist die schwierigste Aufgabe beim Karpfenangeln! Auch wenn es anfangs etwas frustrierend erscheinen mag – mit etwas Erfahrung wird dir die Auswahl von Angelstellen immer leichter fallen. Wie zuvor erwähnt, solltest du aufmerksam aufs Wasser schauen. Im besten Fall verraten sich die Karpfen selbst.
Sollte das nicht der Fall sein, gibt es einige ‚Standardstellen‘, an denen man den Karpfen häufig erfolgreich nachstellen kann:
Karpfen lieben Schutz und finden an den Randbereichen häufig auch natürliche Nahrung. Such nach Stellen am Rand, die Karpfen mögen könnten!
Wie bei Bäumen und Schilfgürteln – nur meistens im See gelegen. Versuche dich an einer Kante von solchen Bereichen!
Sandbänke bzw. Unterwasserstrukturen stellen die Fische vor Hindernisse, die sie entweder umschwimmen oder überqueren müssen. Versuch dein Glück an den Kanten von solchen Sandbänken und gerne auch mal mitten darauf!
Wenn dein Gewässer eine engere Stelle zwischen bspw. 2 größeren Bereichen hat, ist dies auch oft eine natürliche Schleuse, wo du den Karpfen etwas leichter nachstellen kannst. Hier hast du gute Chancen, dass die Karpfen dein Futter beim Durchqueren finden.
Kurz gesagt: Die richtige Tiefe gibt es nicht.
In manchen Seen sind bei 2 Metern flache oder gute Bereiche an anderen Seen sind es 7 Meter.
Hier hilft nur Ausprobieren, Erfragen, etc. Du solltest in den meisten Seen den allertiefsten Bereich eher meiden, da sich hier häufig Faulschlamm bildet.
Hast du deine Angelstelle ausgemacht, solltest du die Bodenbeschaffenheit prüfen. Du sitzt sehr häufig lange hinter regungslosen Ruten. Da möchtest du natürlich sicherstellen, dass die Fische deinen Köder auch finden können und der Grund nicht total faulig ist.
Bevor du anfängst an einer neuen Stelle zu angeln, nimm dir ein Blei und knote es an deine Schnur.
Werfe das blanke Blei auf deine Angelstelle und halte beim Sinken die Schnur straff. Beim Aufprall des Bleis auf den Boden, solltest du im Idealfall einen deutlichen Aufprall spüren. Das erfordert am Anfang etwas Übung, doch es ist ein absolut notwendiger Schritt um ein erfolgreicher Karpfenangler zu werden. Sollte es dir nach einigen Versuchen noch nicht gelingen, dann spann die ausgeworfene Rute, sodass du direkten Kontakt zum Blei hast und die Schnur straff ist.
Häng deine Schnur in den Schnur-Clip deiner Rolle – so kannst du beim nächsten Auswurf nicht weiter werfen, als der Schnur-Clip es zulässt. Führe die gespannte Schnur zum Boden und versuche einen deutlichen Aufprall zu spüren!
Wenn du das spürst, hast du die halbe Miete! Solltest du keinen Aufprall spüren, kann es gut sein, dass das Blei im Kraut liegt und die Stelle schwer zu beangeln ist. Werfe das Blei solange umher, bis du eine geeignete Stelle findest – also dort wo du einen möglichst harten Aufprall spürst.
Dann ziehst du das Blei 50 Zentimeter bis 1 Meter über den Grund und holst es anschließend zügig ein. Im besten Fall hängt kein Kraut am Blei oder an der Schnur. Rieche außerdem am Blei. Sollte es total faulig riechen, ist der Grund vermutlich mit Faulschlamm bedeckt, was die Karpfen oft davon abhält, dort so richtig zu fressen!
Die fängigste Uhrzeit lässt sich pauschal nicht beantworten. Es ist jedoch auffällig, dass an vielen Gewässern die Zeit kurz vor der Morgendämmerung bis zum späten Vormittag häufig sehr gut ist. Siehe hierzu auch: Karpfenangeln bei Nacht.
Allerdings ist diese Regel natürlich mit Ausnahmen bespickt. Wenn du die heiße Uhrzeit an deinem Gewässer abschätzen kannst, kannst du wahnsinnig effektiv angeln. Am besten probierst du an einem neuen Gewässer deshalb mindestens einen 24 Stunden Rhythmus mitzumachen – mit offenen Augen… versteht sich!
Die Futtermenge hängt stark von der Jahreszeit und dem beangelten Gewässer ab. Im Winter und im frühen Frühjahr (Wassertemperatur <~12-14°) solltest du sehr sparsam mit Futter sein. Vor allem als Anfänger beim Karpfenangekn ist dies oft nicht leicht einzuschätzen.
Im Sommer und Herbst kann es ruhig mal etwas mehr sein. Taste dich aber vorsichtig ran! Man braucht nicht zwangsläufig viel Beifutter, um einen Karpfen zu fangen! Sobald du weißt, dass deine Angelstelle läuft, kannst du anfangen mehr und mehr Futter nachzugeben. Denk aber immer daran: Was drin ist, bekommst du so leicht nicht mehr raus. Übertreibe es also nicht!
Siehe hierzu auch: Richtig anfüttern.
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